Der Landtagsabgeordnete hat in einer Kurzschlussreaktion hinter den Namen eines AfD-Kandidierenden ein Hakenkreuz notiert. "Ich habe Sorge vor der AfD, vor dem rechten Hass und der Hetze. Und die Reden gestern sowie das von der AfD verursachte Chaos bei der Wahl hat mich tief aufgewühlt", so Born. Er gestand den Fehler freiweillig und als solchen ein und trat in der Konsequenz von allen Parteiämtern und Funktionen in der SPD zurück.
Der SPD-Ortsverein Schwetzingen steht weiter hinter Daniel Born!
Ja, Daniel Born hat hinter den Namen eines AfD-lers ein Hakenkreuz gezeichnet. Das ist ein Problem, das war ein Fehler. Viele machen sich das nun sehr einfach: "Rücktritt von allem, untragbar, unverzeihlich" - in der Social Media dokumentieren vor allem menschenverachtende und hetzerische Kommentare die aktuelle Diskurskultur. Es ist teilweise unerträglich, wie auf einen Menschen, der einen Fehler gemacht und diesen eingestanden hat, verbal eingeschlagen wird, denn am Ende sind ja auch Abgeordnete eines: Menschen.
Viele Stimmen, nicht nur in der SPD, sehen die Situation ambivalent. Ja, das Hakenkreuz steht wie ein Menetekel im Raum, daran gibt es nichts zu rütteln. Aber auch das steht im Raum: ein jahrelanges, authentisches Engagement im Sinne der Bürger, der Einsatz für Themen wie die Notfallpraxis vor Ort, der Kampf für Pluralismus und Demokratie im besten Sinne, das Zeigen von Aufrichtigkeit - und letztlich zeigt sich diese in der Reaktion Daniel Borns, dass er seinen Fehler zugibt im Wissen um die Konsequenzen, die er nun trägt. Das alles zeigt Rückgrat. Wollen wir nicht immer Politiker, die auch mal Fehler zugeben? Die Rückgrat zeigen? Nun tut es einer - und trotzdem schütten einige den verbalen Nachttopf aus - Welcher Politiker in der jüngeren Vergangenheit hat den tatsächlich den Mut gehabt, Verantwortung zu übernehmen? - Maskendeals, Vetternwirtschaft, oder immer wieder eine menschenverachtende Entgleisung mehr, v.a. seitens der AfD und ihrer Fürredner, die immer wieder das Niveau von Etiquette und Anstand reißen und Hetzerei zur Normalität machen - noch niemand hat hierfür wirklich Verantwortung übernommen - im Gegenteil: es wird immer mehr und lauter gekeift.
Ja, das Hakenkreuz transportiert als Etikett die Menschenverachtung und den Hass - und Daniel Born hat einen AfD-ler damit als Nazi etikettiert, verbotenerweise, und dafür steht er nun gerade. Ja, man darf keine verbotenen Zeichen benutzen. - Hätte Born hinter den Namen "Nazi" geschrieben, wäre juristisch alles in Ordnung gewesen, der Stimmzettel wäre lediglich entwertet worden - so, wie es übrigens bei jeder öffentlichen Wahl im Wahllokal passiert wäre. Aber die eigentliche Botschaft ist doch: anstatt die mittlerweile leider fast normal gewordene Hetzersprache und Menschenverachtung passiv hinzunehmen und zu schweigen, müssten wir alle doch viel öfter und lauter rufen: Keifende Menschenverachter sind Nazis. Immer.
Und in dieser Hinsicht stehen wir trotz oder gerade wegen diesen Fehlers hinter dem Menschen Daniel Born. Als aufrichtigen Politiker wollen wir ihn und sein Engagement weiter unterstützen. Es gibt keine Menschen, schon gar keine Politiker ohne Fehler - und noch weniger jene, die diese zugeben. Dafür gebührt Daniel Born Respekt, unsere Solidarität und unser Vertrauen, das er sich in den letzten mehr als 10 Jahren verdient hat.