Rosa Grünstein mit 93,4% nominiert

Veröffentlicht am 25.07.2010 in MdB und MdL

Nominierung: Rosa Grünstein (Altlußheim) und Zweitkandidatin Renate Schmidt (Eppelheim) wollen "Gerhard Stratthaus in den Ruhestand schicken"

Die Landtagsabgeordnete Rosa Grünstein geht mit einer breiten Unterstützung in den Wahlkampf für die Landtagswahl am 27. März kommenden Jahres. Bei der Nominierungskonferenz für den Wahlkreis 40, der die Gemeinden Altlußheim, Brühl, Eppelheim, Hockenheim, Ketsch, Neulußheim, Oftersheim, Plankstadt, Reilingen und Schwetzingen umfasst, wurde die 61-jährige Altlußheimerin am Samstagmittag im Haus der Feuerwehr von 57 der 63 anwesenden und stimmberechtigten Delegierten mit 93,4 Prozent des Votums zur Landtagskandidatin bestimmt.

Fraktionsvorsitzender zu Gast

Gastredner vor der Kandidatenkür war der Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion Claus Schmiedel. Der Kreisvorsitzende Thomas Funk hatte nach der Eröffnung durch Versammlungsleiter Jan Kritzer die Vertreter aller Ortsvereine im Wahlkreis begrüßt, bevor Schmiedel das Wort ergriff.

Der Gast aus dem Schwäbischen hatte sich den Termin in der Kurpfalz zur Nominierung von Rosa Grünstein nur allzu gerne geblockt, "brauchen wir doch Kandidatinnen wie sie, die mit der Heimat verbunden das Schicksal jedes einzelnen wichtig nehmen".

Zuvor ging Schmiedel mit der schwarz-gelben Koalition in Berlin hart ins Gericht. Die Bundesregierung betreibe eine "kalte und herzlose Familienpolitik". Die baden-württembergische SPD werde daher für eine zukunftsfähige Politik im Land werben und "eine bessere Alternative anbieten: Für eine Regierung, die von Sozialdemokraten angeführt wird."

"Intensive Wahlkreisarbeit"

Die "intensive Wahlkreisarbeit" werde auch weiterhin ein Schwerpunkt ihrer Arbeit bleiben, versprach Rosa Grünstein in ihrer Nominierungsrede. Die mangelhafte Umsetzung der Stuttgarter Bildungspolitik, die Finanzpolitik von Land und Bund mit der "unerträglichen Situation für die Kommunen", unsoziale Einsparungen bei den Schwächsten der Gesellschaft und das Festhalten an der Atomkraft waren nur einige der Kritikpunkte, mit denen sich die Abgeordnete, die auch Mitglied des Petitionsausschusses ist und im Umweltausschuss arbeitet, befasste.

Jedes Jahr Laufzeitverlängerung bei den Atomkraftwerken bedeute gleichzeitig die "Verhinderung von Innovationen von alternativen Energien", so Grünstein weiter. Gerade Baden-Württemberg mit seinen innovativen Firmen könne im Bereich der erneuerbaren Energien aber eine Vielzahl an neuen Arbeitsplätzen schaffen "und damit unsere Wirtschaft entscheidend stützen". Die Politik müsse "kleine und mittlere Betriebe, die die Mehrzahl der Arbeits- und Ausbildungsplätze sichern", durch gezielte Kredite und Unterstützung fördern.

Der besondere Dank für die letzten zehn Jahre als Landtagsabgeordnete galt ihrem "Lehrmeister" Karl Peter Wettstein. Der ehemalige Landtagsabgeordnete aus Plankstadt hatte Grünstein 1996 als Zweitkandidatin in den Wahlkampf geholt.

Für die Ersatzkandidatur für die Landtagswahl 2011 nominierten die Delegierten dieses Mal ebenfalls erneut eine Frau. Die vorbereitende Konferenz der Ortsvereinsvorsitzenden hatte im Februar bereits Renate Schmidt empfohlen. Jetzt erhielt die 52-jährige verheiratete Heilpädagogin und Mutter eines erwachsenen Sohnes aus Eppelheim 57 von 60 gültigen Stimmen und das Vertrauen von 95 Prozent der Delegiertenversammlung.

"Handeln ist die Devise"

"Handeln ist meine Devise", versprach die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende und Kreis- und Gemeinderätin, gemeinsam mit Rosa Grünstein "im Tandem" für den Wahlkreis Schwetzingen zu kämpfen: "Zwei Frauen könnten es schaffen, Gerhard Stratthaus in den Ruhestand zu schicken."

"Gemeinsam werden wir dieser Landesregierung die rote Karte zeigen und sie am 27. März 2011 vom Platz stellen", gab es für die beiden kämpferischen SPD-Frauen abschließend noch viele Gratulationen und Blumen.

Landtagskandidatin Rosa Grünstein erhielt aus den Händen der Schwetzinger Jusos "als neu gewählter Käpt'n" einen roten Fußball, der SPD-Kreisverband Rhein-Neckar überreichte der Genossin einen großen Luftballon als "rotes Herz der Kurpfalz".

Schwetzinger Zeitung, 19. Juli 2010

 

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Daniel Born

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