Ausbau des Pflegestützpunktes Rhein-Neckar-Kreis

Veröffentlicht am 23.10.2019 in Kreistagsfraktion

Am 22. Oktober 2019 fand in der Schönauer Festhalle eine Sitzung des Kreistags des Rhein-Neckar-Kreises statt.

Eines der wichtigsten Themen hierbei war der Ausbau des Pflegestützpunktes Rhein-Neckar-Kreis.

Für die SPD Fraktion gab Kreisrätin Renate Schmidt aus Eppelheim die nachfolgende Stellungnahme ab:

 

 


Stellungnahme der SPD-Fraktion zum Ausbau des Pflegestützpunkts Rhein-Neckar-Kreis

 „Sorge und Mitverantwortung in der Kommune“, so lautet die Überschrift des Siebten Altenberichts des

Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend.

Je älter ein Mensch wird, desto kleiner wird oft sein Aktionsradius und desto mehr wird sein Wohnort zum Lebensmittelpunkt.

Die Unterstützung, Versorgung und Pflege gesundheitlich eingeschränkter älterer Menschen ist räumlich weitgehend an ihren Wohnort gebunden.

Teilhabe und Lebensqualität im Alter hängen also nicht nur von bundesweit einheitlich geltenden Strukturen ab, sondern in großem Maße auch von der lokalen Infrastruktur. Dabei ist es eine zentrale Frage, wie die Versorgung und Unterstützung von auf Hilfe angewiesenen Menschen sichergestellt wird.

Mehr als zwei Drittel der auf Pflege angewiesenen Menschen in Deutschland werden in privaten Haushalten versorgt. Aus verschiedenen Gründen ist die familiäre Pflege jedoch immer weniger selbstverständlich:

  • Mit dem demografischen Wandel nimmt die Zahl der erwachsenen Kinder ab,  die ihre Eltern pflegen könnten
  • Die Mobilität in der Gesellschaft nimmt zu, weshalb die Angehörigen seltener am selben Ort leben
  • Immer mehr Menschen leben in Einpersonenhaushalten, dabei entfällt die Option der Partnerpflege
  • Die Erwerbsbeteiligung pflegender Angehöriger nimmt zu, wodurch die Frage der Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbstätigkeit drängender wird

Daraus folgt, dass  es eines neuen Verständnisses von Pflege sowie - darauf aufbauend – einer grundlegenden Neuordnung  der Versorgungsstrukturen bedarf. Die siebte Altenberichtskommission hat hierfür Ideen und Vorschläge entwickelt. Sie plädiert insbesondere für eine systematische flächendeckende Stärkung von gemischten Pflegearrangements. Dabei greifen familiäre, professionelle, nachbarschaftliche und freiwillige Hilfen ineinander.

In diesem Setting nehmen Pflegestützpunkte eine tragende Rolle ein:

In einer hochgradig gegliederten Versorgungslandschaft fällt es Betroffenen und Angehörigen oftmals schwer, die individuellen Bedarfsleistungen abzurufen und finanziell sicherzustellen.

Die Pflegestützpunkte stellen den Betroffenen sog. Pflegelotsen als Begleiter im Pflegealltag und gerade auch in einer Akutsituation zur Seite um ein bedarfsgerechtes und nachhaltiges Pflegesetting zu organisieren.

Im Jahr 2010 wurde der Pflegestützpunkt im Rhein-Neckar-Kreis mit rd. 3 Vollzeitstellen installiert. Schon damals haben wir diese Stellen als viel zu gering eingeschätzt. Die Realität hat dies bestätigt.

Nachdem zwischen den Sozialhilfeträgern sowie den Kranken-und Pflegekassen ein Rahmenvertrag geschlossen wurde, der die Arbeit und Finanzierung der Pflegestützpunkte neu regelt, sind wir nun in der  Lage, auf 11 Vollzeitstellen zu erhöhen.

Allerdings wird dies erst zum Jahr 2021 umgesetzt werden und auch erst dann entstehen zusätzliche Personalkosten in Höhe von ca. 165.000 €.

Kritisieren möchte ich an dieser Stelle, dass sich die Private Krankenversicherung nach wie vor nicht an der Finanzierung beteiligt, obwohl deren Klienten auch von den Pflegestützpunkten profitieren.

Die vorliegende Konzeption mit den fünf Planungs- und Versorgungsräumen bietet die Chance einer flächendeckenden Beratung  von Betroffenen und Angehörigen, sei es in Räumlichkeiten der Gemeinden oder in Form von Hausbesuchen.

Die Praxis wird zeigen, ob die vorgesehenen Präsenzzeiten in den einzelnen Kommunen dem zukünftigen Bedarf entsprechen. Dies kann durch regelmäßige Evaluationen ermittelt werden.

Die SPD-Fraktion stimmt der vorliegenden Konzeption zu und beauftragt die Verwaltung mit deren Umsetzung.

 

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Daniel Born

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