Grüne Gentechnik: Pro und Kontra

Veröffentlicht am 03.12.2007 in Veranstaltungen

Dr. Christoph Naumann referierte beim SPD-Ortsverein

„Genmanipulierte Pflanzen haben für die Umwelt nur Nachteile und sind daher abzulehnen“, sagte Dr. Christoph Naumann aus Schriesheim in seinem Vortrag „Gentechnik - Schaffung neuer Möglichkeiten oder Eingriff in die Schöpfung?“ Der Referent war vom SPD-Ortsverein eingeladen und Ortsvereinsvorsitzender Stefan Rebmann und Vorstandsmitglied Kurt Jäger machten deutlich, dass die Gentechnik bei vielen Bürgern Angst hervorrufe, da es noch zu wenig gesicherte Informationen darüber gäbe. So diente der Vortrag von Dr. Naumann dazu, dieses Gebiet besser zu verstehen.

Als Teilgebiet der Biotechnologie ist Gentechnik oder Gentechnologie seit den 80er Jahren in der Anwendung - und in der Diskussion. Gentechnische Verfahren basieren auf den Kenntnissen der Molekularbiologie und Genetik. Gezielte Eingriffe in das Erbgut werden möglich. Das Erbmaterial von Bakterien, von Tieren und Pflanzen kann hiermit gezielt verändert werden, um dadurch einen Nutzen für den Menschen zu ziehen. So wird zum Beispiel Insulin gentechnisch produziert und viele Produkte, die heute in der Chemie breite Anwendung finden. Auch die Herstellung von Vitaminen wäre heute ohne Gentechnik nicht denkbar.

Man unterscheidet drei Anwendungsbereiche:1. die graue oder weiße Gentechnik, bei der gentechnisch veränderte Mikroorganismen zum Beispiel Enzyme oder Feinchemikalien für industrielle Zwecke produzieren, 2. die gelbe oder rote Gentechnik, die in der Medizin zur Entwicklung von Arzneimitteln und von diagnostischen und therapeutischen Verfahren angewendet wird und 3. die grüne Gentechnik oder Agrar-Gentechnik, zur Nutzung gentechnisch veränderter Pflanzen in der Landwirtschaft.

Heute werden als transgene Pflanzen vor allem Soja, Mais, Baumwolle und Raps angebaut und zwar in den Ländern USA, Argentinien, Brasilien, Kanada, Indien und in der VR China. 80 Prozent dieser Produkte gehen in die Futtermittelindustrie. In Europa wird der Anbau und die Verwendung von gentechnisch veränderten Pflanzenprodukten streng reglementiert und kontrolliert. Seit 2004 besteht Kennzeichnungspflicht auch dann, wenn die Veränderung im Endprodukt kaum noch nachweisbar ist.

Frühere Ängste bei der Anwendung der roten und weißen Gentechnologie haben sich heute als weitgehend unbegründet erwiesen, zumal sich diese Technologie im Reagenzglas bzw. in einem geschlossenen System abspielt. Anders bei der grünen Gentechnik. Hier spielen Pflanzen eine Rolle, die nicht abgetrennt sondern frei in unserer Umwelt wachsen. Für die grüne Gentechnik spricht unter anderem eine Verbesserung der Ernteerträge sowie die Verbesserung der Widerstandsfähigkeit gegen Schädlinge und Krankheiten. Dem Welternährungsproblem könnte dadurch begegnet werden. Dagegen spricht allerdings, dass bei großflächigem Einsatz mögliche negative Auswirkungen auf das ökologische Gleichgewicht bisher nicht auszuschließen sind. Dr. Naumann begründete seine Kritik an der grünen Gentechnologie vor allem dadurch, dass durch eine unkontrollierte Verbreitung von veränderten Organismen die Übertragung von veränderten Genen auf andere Organismen sowie Allergierisiken für den Menschen möglich seien.

Eine lebhafte Diskussion über das Für und Wider unterstrich schließlich das große Interesse der Zuhörer an diesem Thema.
wm

 

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Daniel Born

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