Pitsch und Rebmann führen SPD-Liste an

Veröffentlicht am 25.01.2019 in Ortsverein

Die Schwetzinger SPD wählte ihre Kandidaten für die Gemeinderatswahl im Mai. Die Auswahl zeigt einen Querschnitt durch Alter, Berufe und Stadtteile. Seit Dienstag steht fest, dass auf der SPD-Liste gleichsam 13 Frauen und 13 Männer kandidieren, darunter bekannte und neue Gesichter.

Es war ein kalter Winterabend, eigentlich kein Tag für große Aufbruchstimmung. Simon Abraham, Stadtrat und SPD-Ortsvereinsvorsitzender, gelingt es aber bei seiner Begrüßung Euphorie und Wahlkampffieber in die Veranstaltung zu tragen. Man sei gut unterwegs. Fast 30 Bewerber hätten sich im Laufe der Zeit für die 26 Listenplätze gefunden, die für die Gemeinderatswahl zu besetzen seien. Der Spirit stimme und vielleicht könne man ja gemeinsam ein kleines Wunder vollbringen.

Man habe sich bemüht, bei der Erstellung der Vorschlagsliste Signale zu setzen, so Robin Pitsch, Fraktionsvorsitzender der SPD im Stadtrat. Die Parität zwischen Männern und Frauen sei gewahrt, die SPD gehe mit der Zeit. Der Altersschnitt der Liste liege bei 45 Jahren.

Für Simon Abraham ist die Liste bestückt mit Kandidaten, „die etwas zu sagen haben und in der Gesellschaft verankert und engagiert sind“. Es sei früh absehbar gewesen, dass diese Liste sich füllen werde. Aus allen Gesellschaftsbereichen, Berufsfeldern und Altersklassen seien dort Kandidaten vertreten. Das drücke Erneuerung aus.

Die Top Ten: zum Spitzenkandidaten wurde der Vorsitzende der Stadtratsfraktion Robin Pitsch (32), ebenfalls Vorsitzender TV 1864 Schwetzingen, gewählt. Klare Rückendeckung erhielt auf Platz 2 Sabine Rebmann (59), Stadträtin und Vorsitzende des Sängerbund. Auf Platz 3 und 4 folgen Stadt- und Kreisrat Hans-Peter Müller (70) sowie Neza Yildirim (41), die für die SPD im Bundestagswahlkampf kandidiert hat. Ortsvereinsvorsitzender und Stadtrat Simon Abraham (33) belegt den 5. Platz, gefolgt von Monika Maier-Kuhn (55), ebenfalls Stadt- und Kreisrätin. Mit Kay Kompenhans (42) wohnhaft im Hirschacker belegt ein Selbstständiger den 7. Listenplatz. Der Geschäftsführer der Tourneeoper Mannheim ist auch als Pächter der Alla-Hopp-Gastronomie bekannt. Die ehrenamtlich in mehreren Initiativen und Vereinen engagierte Lehrerin Daniela Deseyve-Nohl (46) findet man auf Platz 8 der SPD-Liste, Platz 9 wird von Stadträtin Bärbel Schifferdecker (57) ausgefüllt. Mit Tobias Kreichgauer (22) wurde ein junger Aktivposten der Schwetzinger Vereinswelt auf Listenplatz 10 gewählt.

Auf den folgenden Plätzen treten die vielseitig engagierte Sabine Englert (51), die sich insbesondere für die Belange der Nordstadtbewohner einsetzt, Norbert Theobald (63) sowie die Rechtsanwältin Alena Vogel (37) an. Kompetenz rund um das Thema Bahnlärm liefert der Vorsitzende der Bürgerinitiative Herbert Brenner (65) auf Platz 14, dem die Erzieherin Gabriele Kolb (61) und der zweifache Familienvater Richter Bastian Jansen (30) folgen. Platz 17 hat die bei der Freiwilligenagentur ehrenamtlich tätige Carol Eppinger (63), es folgt Lutherkindergarten-Fördervereinsvorstandsmitglied Max Hofmann (34) und die im Kunstverein aktive Patricia Hempel (57). Auf Platz 20 kandidiert der im Förderverein Städtepartnerschaft aktive Hirschackerianer Ernst Klopfer (69), gefolgt von Augenoptikerin Annika Zemella (32) und dem bei der HG Oftersheim/Schwetzinger engagierten Jochen Gölitz (50). Verwaltungsangestellte Malena Rebmann (26) und der im Bereich Wirtschaftsförderung bei der Stadt Mannheim tätige Martin Rostock (46) wohnhaft im Kleinen Feld kandidieren auf den Plätzen 23 und 24. Die Sozialarbeiterin und ehemalige Jugendgemeinderatsvorsitzende Anna Abraham (32) steht auf Listenplatz 25. Die Liste wird auf Platz 26 durch den Landtagsabgeordneten Daniel Born (43) komplettiert, der im doppelten Wortsinn „hinter den Kandidaten steht“. Landespolitik sei logischerweise eng verzahnt mit der Politik vor Ort, dort schlage sie sich nämlich nieder. Daher sei es richtig und wichtig, seine Kompetenzen und Sachverstand auch vor Ort in der Heimat einzubringen.

Als Ersatzkandidaten stehen der vom Schwetzinger Unternehmen Hauptdienste bekannte Johannes Haupt (34) sowie die Schwetzinger Turntrainerin und Jugendturnwartin beim TV 1864 Kerstin Fischer (29) zur Verfügung.

Im Anschluss an die Wahlen stellte der Fraktionsvorsitzende Robin Pitsch, von Beruf Lehrer und Teil der Schulleitung an der Realschule in Hockenheim, einen kurzen Abriss sozialdemokratischer Politikfelder und Themenbereiche vor. Klar spielte dabei auch hier das Thema Bildung eine Rolle – insbesondere die Gleichheit von Ausgangschancen seien für die SPD auch in der Kommune wichtig und vor allem umsetzbar.

„Viele Eltern brauchen eine Ganztagsschule im Grundschulbereich, die Tendenz und die gesellschaftliche Entwicklung muss hier nicht nur aufgefangen, sondern gestaltet werden“, so der Lehrer. Daher müsse die Diskussion hierum ernst geführt und Ergebnisse umgesetzt werden. Rhythmisierte Ganztagsschulen werden vom Land bezahlt und sind kostenlos für die Eltern. Aber um die Schule richtig gut werden zu lassen, müsse die „familienfreundliche“ Stadt Schwetzingen etwas investieren.

Dabei unterstrich er die Forderung nach kostenlosen Kita-Plätzen. Grüne und Schwarze würden im Land mit ihrer Kompromisspolitik seit Jahren auf der Stelle treten. Hier müssen Landes- und Kommunalpolitik Hand-in-Hand gehen: so forderte er auch andere politische Kräfte auf, sich am geplanten Volksbegehren der SPD-Landtagsfraktion für die gebührenfreie Kita zu beteiligen.

Ein wichtiges Thema sei auch der Wohnungsmarkt. „Bezahlbarer Wohnraum“ für Normalverdiener sei kaum noch zu bekommen. „Es muss endlich und schnell in den städtischen Wohnbestand investiert werden. Die SPD setzt sich dafür ein, dass das ehemalige Spargelgenossenschaftsgelände „in Stadtregie“ zu städtischem Wohnraum wird und im Entwicklungsbereich Pfaudler quotierte Wohnungen mit leistbarem Wohnraum unter Ägide der Stadt entstehen.

Beim Thema Verkehr habe die SPD sich in den letzten Jahren als Gestalter präsentiert: jüngst warte man auf eine Entscheidung für den Radschnellweg nach Heidelberg, den die SPD angestoßen hat. Seit der Parkraumdiskussion auf dem alten Messplatz sei klar, dass Schwetzinger Parkhäuser barrierefrei ausgebaut und zusätzlicher Plätze geschaffen werden müssten. „Es könnte auf ein Parkhaus am Bahnhof herauslaufen“, so Pitsch.

Nach Bekanntgabe der Wahlergebnisse verabschiedete Simon Abraham die Versammlung. „Wir starten selbstbewusst in das Kommunalwahljahr. Wir haben in den letzten Jahren viel dafür getan, neuen Wind in das Ratsgremium zu bringen. Wir hinterfragen Abläufe innerhalb der Verwaltung und haben uns zu Schwetzinger Kernthemen z.B. Bildung, kommunale Bildungsförderung, Verkehr oder Bürgerbeteiligung deutlich positioniert. Und wir haben in zahlreichen Gesprächen die Bürger mit ins Boot geholt, denn deren Wohl muss die Leitlinie jeder Entscheidung sein“.

 

Roter Briefkasten

Daniel Born

WIR BEI FACEBOOK

News-Ticker

Webers Vorschläge sind ein durchsichtiger Griff in die populistische Mottenkiste EVP-Spitzenkandidat Weber will sich dafür einsetzen, überflüssige EU-Gesetze abzuschaffen. Durchsichtiger Populismus - sagt Achim Post. Zu den wirklichen Zukunftsaufgaben Europas schweige die Union. "1000 europäische Gesetze wieder abzuschaffen ist kein Zukunftsprogramm für Europa, sondern ein ziemlich durchsichtiger Griff in die populistische Mottenkiste. Man fragt sich, was Webers

Am 22. April 1994 wurde die Pflegeversicherung vom Deutschen Bundestag beschlossen. Die SPD-Bundestagsfraktion würdigt die Pflegeversicherung zum 25. Jahrestag ihres Bestehens als wichtige sozialpolitische Errungenschaft. Sie fordert aber auch ihre Weiterentwicklung, damit alle Menschen, die Pflege benötigen, gut versorgt werden können. "Die Einführung der Pflegeversicherung war ein wichtiger sozialpolitischer Schritt: Erstmals konnte das Pflegerisiko finanziell

In der heute vorgestellten "Rangliste der Pressefreiheit 2019" erklärt die Organisation Reporter ohne Grenzen, dass Journalistinnen und Journalisten aufgrund systematischer Hetze ihren Beruf häufig in Angst ausüben. Dieses Klima herrsche nicht nur in autoritären Staaten, sondern auch in Ländern wie Deutschland mit demokratischer Regierung und funktionierender Gewaltenteilung. "Die Freiheit der Presse und Berichterstattung ist bedroht

Ihre Stimme für ein Europa für alle Ich will mehr Europa wagen - überall dort, wo es sinnvoll ist. Zum Beispiel für unseren Frieden. Oder für Investitionen in morgen. Und ich will ein Europa für alle. Menschlichkeit und Menschenrechte, der internationalen Wirtschaft klare Regeln geben. Ein Europa mit festen Werten und einer Demokratie, die stark