Die Freitagspost: Was ein gelber Fleck mit einem Aufzug zu tun hat

Veröffentlicht am 07.08.2020 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost schreibt Daniel darüber, was ein gelber Fleck mit einem funktionierenden Aufzug zu tun hat:

„Es gibt Maler, die die Sonne in einen gelben Fleck verwandeln. Es gibt aber andere, die dank Kunst und Intelligenz einen gelben Fleck in die Sonne verwandeln.“ Dieser kluge Satz stammt nicht von mir, sondern von Pablo Picasso. Ich habe ihn nur beim Start in unsere „#Sommerabende im Museum“ am Gleis 1 zitiert.

Das „Gleis 1“ in Schwetzingen ist ein gutes Beispiel dafür. Zunächst eine Bahnhofsunterführung – jetzt eine Unterführung, die zur Kunstgalerie für alle wurde. Doch egal wie groß der Kunstgenuss ist, wenn ich als Landtagsabgeordneter an unsere Bahnhöfe denke, dann an die vielen Briefe, Anfragen und Vor-Ort-Besuche. Angsträume aufgrund schlechter Beleuchtung, Exklusionsräume aufgrund fehlender Aufzugsanlagen, Sturzräume aufgrund zu steiler Treppen. Die Liste ist lang und die Fragen der Zuständigkeiten und Finanzierungen macht sie oft noch länger.

Aber ein Stück weit ist das wie im oben genannten Zitat. Ein Ort, wo ein Zug hält, ist eben zunächst nur ein Ort, wo ein Zug hält. Es braucht unsere Kunst und Intelligenz, dass daraus ein Bahnhof wird. Und ein Bahnhof muss ein Ort sein, an dem alle Menschen den ÖPNV nutzen können. Darum braucht es funktionierende Aufzüge, Wege ohne Angst und verständliche Leitsysteme.

Und es braucht uns: Sei es, dass man sein Fahrrad nicht vor einem Aufzug abstellt (!) oder man auch einmal weiterhilft, wenn eben die Züge Richtung Mannheim oder Karlsruhe an einem Tag von einem anderen Gleis abfahren und jemand die schnelle Durchsage nicht verstehen oder die Anzeige nicht lesen konnte. Unsere Kunst und Intelligenz als Menschen ist es ja auch, aufmerksam, rücksichtsvoll und solidarisch zu sein. Damit aus dem gelben Fleck die Sonne und aus dem Ort, wo Züge halten, ein Bahnhof wird.

Foto der Woche: Die „#Sommerabende im Museum“ sind gestartet. Mit Dr. Dietmar Schuth ging es für uns auf Schatzsuche im „Untergrund“. Am Mittwoch, 19.August setzen wir um 18h die Suche im Heimatmuseum Plankstadt fort.

 

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