Die Freitagspost: Was uns die Pandemie nimmt – und was nicht

Veröffentlicht am 31.07.2020 in Woche für Woche

In der heutigen Freitagspost schreibt Daniel darüber, was uns in der Pandemie genommen wird und fehlt - aber auch, was wir uns erhalten können:

Am Mittwoch haben wir in der Talkshow aus der Wollfabrik (die Sendung ist im eigenen WOLLFABRIK YouTube Channel unter www.wollfabrik.tv auch nach der Erstausstrahlung jederzeit zu sehen und online abrufbar) alle unisono dazu aufgerufen, weiter vorsichtig zu sein. Corona ist noch nicht vorbei.

Im Gengenteil: weltweit haben sich in den letzten Tagen so viele Menschen infiziert wie schon lange nicht und auch in Deutschland steigen die Zahlen wieder. Nach der Aufzeichnung und einem kurzen Beisammensein – mit Abstand – bin ich noch ins Wahlkreisbüro um Briefe zu unterschreiben und dann hat mich der Heißhunger ins Talhaus zu McDonalds getrieben. Und da ist es beim Rausgehen passiert: mein Beinahe-Corona-Verstoß.

Vor mir balancierte eine Kundin die gestapelten Burger, Pommes, Apfeltaschen und Shakes auf einem Tablett zu den Außentischen und dabei fiel der eingepackte Strohhalm auf den Boden. Reflexartig bückte ich mich, hielt kurz vor dem Strohhalm inne und sagte: „Oh Gott, ich darf ja gar nicht.“ Und die Strohhalm-Verliererin kommentierte: „Stimmt! Corona nimmt uns noch die letzten Gentlemänner!!!“ Daraufhin haben wir durch unsere Masken so herzhaft gelacht und drei Familien an den umgebenden Tischen haben mitgelacht. Ein wenig über uns, über die Situationskomik, aber ein Stück weit haben wir auch das Corona-Virus verlacht. Es wird eine Zeit nach Corona geben.

Wichtig ist derzeit, dass wir, wenn wir die Masken wieder abnehmen können und nicht mehr Abstand halten müssen, auch eine Struktur vorfinden, in der unser soziales Miteinander aufleben kann. Das ist auch für die Politik eine wichtige Aufgabe. Ich nenne ein ganz konkretes Beispiel: Bereits vor Monaten haben wir im Wirtschaftsausschuss ein Rettungsprogramm für die Reisebusunternehmen gefordert. Was ist, wenn wir Corona hinter uns haben, und alle Vereinsausflüge, Klassenfahrten oder Auswärtsturniere wieder wie früher möglich sind, aber uns fehlen die Reisebusunternehmen vor Ort dazu? Und diese Branche hat es extrem hart getroffen, denn viele Veranstaltungen bleiben weiter abgesagt, kein Verein plant einen Ausflug und Ausflugsziele sind entweder geschlossen oder völlig überlaufen, so dass man auch dahin nicht mit einem guten Gewissen beispielsweise eine Seniorenfahrt plant. Aber es geht bei dieser Hilfe auch um ganz knallharte wirtschaftliche Fakten: Die Bustouristik ist mit insgesamt 14 Milliarden Euro Jahresumsatz und rund 240.000 Arbeitsplätzen ein bedeutender Wirtschaftsfaktor in Deutschland. Überwiegend ist diese Branche mittelständisch organisiert und das sollte auch so bleiben, denn dies führt dazu, dass man nicht mit einem Großunternehmen Termine koordinieren muss, sondern einfach mit „seinem“ Busunternehmen als Verein zusammenarbeiten kann. Dass das Programm so lange gebraucht hat ärgert mich sehr, dass es jetzt nach dem ganzen Einsatz da ist erleichtert mich.

Wir erkennen in der Krise nicht nur was wichtig ist. Sondern auch, wie alles miteinander verbunden ist. Wie wir das eine brauchen um das andere möglich zu machen. Wir sind alle gar nicht so einsame Wölfe, wie wir manchmal dachten. Auch nicht in der Wirtschaft. Und wer weiß – vielleicht nimmt uns Corona gar nicht die letzten Gentlemänner und –frauen.

Vielleicht sind wir es jetzt noch viel lieber und bewusster als jemals zuvor.

Foto der Woche: Der Generalsekretär unserer Landespartei Sascha Binder ist auch Landesvorsitzender der Bürgerbusvereine. Und weil wir in Plankstadt einen tollen Bürgerbus haben, der nicht nur Mobilität, sondern auch Teilhabe und Miteinander schafft, habe ich mich gefreut, mit Sascha beim Bürgerbusverein vorbeizuschauen und mich mit den Vereinsmitgliedern und dem Bürgermeister über aktuelle Probleme und Chancen auszutauschen.

 

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