Henn und Born bei gemeinsamer Diskussion

Veröffentlicht am 18.09.2012 in Presseecho

Presseecho der Schwetzinger Zeitung vom 18.09.2012

Es ist noch ziemlich genau ein Jahr bis zur Bundestagswahl und so langsam sind die ersten Ausläufer dieses Bundestagswahlkampfs zu spüren. Politiker bringen sich in Stellung und die Parteien suchen nach den aussichtsreichsten Kandidaten. Im Walkreis Bruchsal-Schwetzingen läuft für die SPD dabei alles auf Werner Henn (55) oder Daniel Born (37) hinaus.

Wer am Ende in den Wahlkampf zieht, wird bei der SPD durch eine Mitgliederbefragung entschieden und so beginnen die beiden Kadidaten nun durch den Wahlkreis zu touren und sich vorzustellen, wie jüngst in der AWO-Begegnungsstätte. Dabei ist ein interner Wahlkampf eine durchaus schwierige Sache. Unterscheiden sich die Kandidaten in den verschiedenen politischen Feldern doch nur in Nuancen.
Born nicht der Gegner
Henn, TV-Redakteur bei Arte und schon vor vier Jahren SPD-Kandidat, betonte denn auch, dass der Gegner nicht Born sei, sondern die schwarz-gelbe Koalition. Und die müsse angesichts "der katastrophalen politischen Bilanz" mit aller Kraft angegangen werden. Dafür müsse die SPD geschlossen und vor allem glaubwürdig auftreten. Bei Letzterem glänzte die SPD in den Augen Henns in den vergangenen Jahren nicht wirklich.
Born hielt sich dagegen nur sehr kurz beim Grundsätzlichen auf. Sein "Herzthema" ist die "gute Arbeit". Heißt, der dauerflexiblen Arbeitswelt müsse solidarische Sicherheit entgegengestellt werden. Die Grenze zwischen anständiger und unanständiger Gesellschaft verlaufe genau hier. Für Henn müssen dafür die Gewerkschaften gestärkt werden und ein gesetzlicher Mindestlohn verwirklicht werden. "Jeder fünfte ein Niedriglöhner, das geht in einem so reichen Land nicht", so auch Born. Mit dem gesetzlichen Mindestlohn wäre in den Augen der beiden übrigens auch das Rentenproblem entschärft. Beide sind sich sicher, dass hierfür nicht die Demografie verantwortlich sei, sondern das Einkommensniveau.
Beim Thema Geothermie hielten sich die beiden sehr zurück. Zeigten Verständnis für die Sorgen, betonten aber auch, dass die Geothermie bei der Energiewende eine Rolle spielen müsse.
Einig waren sich die beiden beim Euro. Wobei Henn bestritt, dass es überhaupt eine Eurokrise gebe. Interessengeleitet aus den USA, so seine Vermutung. Trotzdem sei die EU die Lösung und nicht das Problem. Das politische Konstrukt, so Born, "ist einmalig und müsse nun parlamentisiert werden". Das heißt, Menschen mitnehmen, Strukturen demokratisieren und EU zur Sozialunion ausbauen.
Beide stellten klar, dass das Ziel aller Politik die anständige Gesellschaft sein müsse. Und das bedeutet teilweise Ausgleich zwischen oben und unten, stark und schwach und reich und arm. Wer jetzt das Rennen macht, scheint hier auch nach diesen zwei Stunden genau so offen wie die Frage, wer in der SPD Kanzler macht. Aber langsam, so einer der Zuhörer, entstehe ein Bild. ske

 

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