Stadtentwicklung im Blick: Vier Leitanker für Wohnraum und Gewerbestrategie umsetzen

Veröffentlicht am 18.05.2024 in Ortsverein

Mit der Schlagwortüberschrift „Wohnraum – Bauen – Stadtentwicklung“ wurde am letzten Infostand der SPD Schwetzingen das zweite von vier Themenbündeln im „Wahlprogramm für alle“ vorgestellt und auch schwerpunktmäßig diskutiert.

„Wohnungsbau ist ein bundesweites Thema, die Preise sind hoch und Mieten steigen, auch in Schwetzingen ist das deutlich spürbar. Doch die Kommunalpolitik hat als Akteur verschiedene Lenkungswerkzeuge in der Hand, die dämpfend wirken können - man muss sie nur umsetzen“, sagt Stadträtin Sabine Rebmann.

„Konkret haben wir in der SPD vier Leitanker für künftige Projekte erarbeitet und im Wahlprogramm veröffentlicht. Seit Jahren bringen wir diese am Ratstisch in die Diskussion ein, aber leider scheiterten einige an Verwaltung und Desinteresse der anderen Fraktionen“, so Fraktionsvorsitzender Robin Pitsch.

Als unstrittige Strategie gilt zum einen der Erwerb von Bestandsimmobilien durch die Stadt bzw. Wohnbaugesellschaft, um dann Mietpreise unter Marktniveau anbieten zu können. „Hier scheinen sich alle Parteien auch zuzustimmen, aber das reicht eben nicht“, sagt Stadtrat Hans-Peter Müller.

Als weitere Maßnahme fordern die Sozialdemokraten schon lange die Einführung einer Leerstandsermittlung und eines Leerstandsmanagements, um ungenutzten Wohnraum in Schwetzingen zu aktivieren. Auch Zwischenmietermodelle (z.B. FairMieten aus Schriesheim) muss endlich in Überlegungen miteinbezogen werden.

Als dritten Baustein sehen die Sozialdemokraten ein Bedarfsausbau für Menschen mit Wohnberechtigungsschein in Schwetzingen, der als geförderter Wohnraum (mit Landesförderung) gebaut werden müsse. „Diese Menschen gibt es in Schwetzingen“, sagt Sabine Rebmann, „aber da es keine entsprechenden Wohnungen gibt, müssen diese aus Schwetzingen wegziehen – obwohl es aber eine Aufgabe der Stadt sein muss, sozialen Ausgleich zu schaffen“. Das leerstehende Areal am alten Messplatz (alte Spargelgenossenschaft) bietet die Chance, als Musterbeispiel mit gefördertem Wohnraum und sozialer Durchmischung entwickelt zu werden.

„Als vierte, aber zentrale Maßnahme wollen wir bei neuen Projekten in die städtebaulichen Verträge mit den Investoren feste Quoten von günstigerem mietpreisgebundenem Wohnen oder eben geförderten Wohnraum umsetzen“, so Pitsch. „Allerdings gehört dazu vor allem auch eine sozial eingestellte Stadtverwaltung, die das ebenfalls will und eine Mehrheit im Gemeinderat, die tatsächlich Willens ist, einen solchen sozialeren Weg mitzugehen, damit „bezahlbarer Wohnraum“ nicht nur eine schöne Worthülsendekoration in einem Wahlprogramm bleibt.“

„Als Negativbeispiel sähen viele Bürger das Pfaudler-Areal, das lange als Lösung für den Wohnungsmangel in allen Preissegmenten angepriesen wurde. Leider treffe dies nur für sehr hochpreisigen Wohnraum zu. Im mittleren oder unteren Preissegment besteht weiterhin Handlungsbedarf“, meint auch Gemeinderatskandidatin Anna Abraham.

Zur Stadtentwicklung gehörten aber nicht nur Wohnraum, sondern auch Gewerbe. „Schwetzingen ist wertvoller Gewerbestandort, sei es das Geschäft in der Kernstadt oder die Standorte von Handwerk, Produktion, Fertigung oder Dienstleistung über das Stadtgebiet verteilt. Wichtig ist, dass die Gewerbetreibenden in der Stadt bleiben – und für neue Unternehmen attraktive Angebote gemacht werden“, sagt Gemeinderatskandidat Guido Loesche.

Hierzu brauche es eine transparente Herangehensweise in Form einer integrierten Gewerbestrategie, die einen zielgerichteten Umgang, beispielsweise mit aufkommenden Leerständen in der Innenstadt. „Dabei müssen wir mit Geschäftsinhabern, Immobilienbesitzern im Gespräch bleiben“, ergänzt Robin Pitsch. Daneben brauche es einen Handlungsleitfaden zum Aufbau neuer Gewerbeflächen. Besonders das Tompkins-Areal um die von Bund und Land genutzte Kaserne eignet sich für neue Herangehensweisen, z.B. als Start-Up-Zentrum: Co-Working Places und Makerlabs. „In allen gewerbebezogenen Herangehensweisen muss man eigentlich das einst aus diesem Grund gegründete Stadtmarketing Schwetzingen (SMS) als originärer Partner und aktiver Vermittler zwischen Stadtverwaltung und Gewerbetreibenden miteinzubeziehen.“

 

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