Kultur- und Tourismuskonzept für Schwetzingen

Veröffentlicht am 22.05.2019 in Ortsverein

SPD-Kulturpolitiker trafen sich in den Proberäumen der Tourneeoper Mannheim, die in Schwetzingen ihr neues Domizil hat. In der Kulisse der Kinderoper „Aida und der magische Zaubertrank“ sprachen sie über Geld und Kultur in Schwetzingen.

Die Sozialdemokraten treten ein, für eine Kultur der Vielfalt, der Teilhabe und des Dialogs. Kultur sei der „Herzschlag“ Schwetzingens. „Eine allein betriebswirtschaftliche Sichtweise greift deshalb zu kurz. Ihr gesellschaftlicher Nutzen ist hoch, da sie einen wichtigen Beitrag leistet sowohl zur Integration, Persönlichkeitsentwicklung und Bildung der Bürger.", sagt Kay Kompenhans, Geschäftsführer der Tourneeoper Mannheim. Ihm liegt dabei besonders die kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen am Herzen. „Eine attraktive Kulturlandschaft ist auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Stadt. Kultur und Vereinswesen rechnen sich und das muss Maßstab unseres Handelns werden.", stellt SPD-Vorsitzender Simon Abraham klar.

„Mit 650 000 Tagestouristen im Jahr und über 4300 Übernachtungen pro 1000 Einwohner, besitzt Schwetzingen unglaubliches Potentiale in der Vermarktung", so Norbert Theobald, Mitglied im kulturpolitischen Stammtisch.

Dieses Potential sollte bestmöglich genutzt werden, betont er. Nach Meinung von Vermarktungsexperten gelänge dies am besten durch ein integriertes Kultur- und Tourismuskonzept. Die Beratungsfirma Imakomm hatte im März 2018 ein Gutachten zu den Chancen und Risiken einer Hotel-Ansiedlung in Schwetzingen vorgestellt. Dabei wurde festgestellt, dass die Zusammenarbeit von Stadtmarketing, Verwaltung und Schloss zum Aufbau einer gemeinsamen Strategie unabdingbar ist.

Doch ohne klares Kultur- und Tourismuskonzept bleibe vieles auf der Strecke, so die Kulturpolitiker. Dieses „Papier“ müsse zusammen mit Vereinen, Verwaltung und Stadtmarketing erstellt werden. „Viele Städte in Deutschland, auch kleinere, sind diesen Schritt gegangen um Image und Nachhaltigkeit zu verbessern“. so Abraham. Um diese Zukunft aktiv zu gestalten und den Prozess anzustoßen, sollte schnellst möglich mit Vertretern aus Gewerbe, IG-Vereine, Kultur, Politik, Stadt und dem Vorstand des SMS ein „runder Tisch“ gebildet werden, fordern die Sozialdemokraten.

Sie fordern auch mehr Platz für freie Kunst und Kultur in Schwetzingen. Es bräuchte eine bessere Infrastruktur an Produktions- und Präsentationsräumen für Freischaffende. Diese müsse sich an den technischen und organisatorischen Bedürfnissen der einzelnen Kunstsparten orientieren. „Es fehlen vor allem Ateliers für Künstler und Kunstpädagogen sowie Proberäume für Musiker“, so Abraham. Auch „co-workingspaces“ für Kulturschaffende seien nötig, um die die Bildung einer „Community“ zu ermöglichen. Um diese Entwicklung zu beschleunigen habe man der Verwaltung vorgeschlagen, die Kompetenzen des Kulturausschusses auszuweiten. „Wir fordern einen beschließenden Ausschuss für Kultur-, Tourismus und Bildung", so der SPD-Gemeinderat abschließend.

 

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Daniel Born

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